Ja – zum Umbau der Bergmannstraße

die bergmannstrasse

Wer zur Zeit die Bergmannstraße auf- und abläuft, kann in vielen Schaufenstern der Gewerbetreibenden Aushänge gegen den Umbau der Bergmannstraße entdecken. Sicher, die Gewerbetreibenden sind eine Interessengruppe – aber die der Anwohner/innen auch. Beide Seiten bringen sich gerade ganz enorm für oder gegen den Umbau ein, siehe auch auf der Mitmachplattform

Ich unterstütze den Umbau der Bergmannstraße. Es ist Zeit für eine Entschleunigung und einen Umbau einer Straße, die diesem massiven Verkehrsaufkommen ja längst nicht mehr gewachsen ist. Und dabei geht es nicht nur um die Parkplatz-Sucherei, sondern und vor allem auch um die Tempo-30-Ignorierer, die Zweite-Reihe-Parker und die 40-Tonner, die bereits morgen ab 5 Uhr durch die Straßen stampfen.

Unter den Argumenten gegen den Umbau wird sehr häufig die Reduzierung von Parkplätzen vorgebracht. Ja, warum denn nicht? Die Cappuccino-Trinker, die eigens dafür in die Bergmannstraße fahren, halten ohnehin in der zweiten Reihe und blockieren alles und jeden – meist…

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…bald gibts neues Einträge…

Ich sichte gerade stapelweise alte Mini Discs. Huch? Was, ja, Mini Discs, die habe ich noch aus den 90er Jahren. Und sie gehen noch. Am Samstag düse ich ja nach Koblenz, satte 6,5h Stunden und ich tippe unsere Tagebuch-Lesungen ab. Seit ca 1998 werten wir leider sehr unregelmäßig die Tagebücher meines Urgroßvaters aus.

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Der kleene Kleeblatt-Blog 2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 790 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 13 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Klirr, Schepper, Peng – Fenstercrash in unserer Altbauwohnung

Heute ein Exkurz vom Wrangelkiez in den Bergmannkiez…

die bergmannstrasse

Liebe Leser*innen des Bergmannstraßenblogs,

heute mal etwas aus den eigenen vier Wänden. Es ist eine Alltagsgeschichte mit vielen Berliner Verknüpfungen.

Wo fange ich an. Wir wohnen bereits seit Jahren im Bergmannkiez zur Miete in einem irgendwie sehr bröckeligen aber doch sehr schönen Altbau. Kreuzberg eben, Geschwistererbe, und: n i c h t verkäuflich (Hofbesichtigungen auf Verdacht sind Unsinn). Jedenfalls haben sich die Eigentümer in diesem Jahr entschlossen: Fenster raus wäre besser. Die sind nämlich aus dem Baujahr ca. 1920, lassen Regen, Kälte und Eisblumen hinein. Letztere werden wir nun vermissen.

Montag früh, Punkt 8 Uhr. Eine Team von zuerst vier, dann fünf Leuten klopft freundlich, um sofort loszulegen. Es geht los, die Scheiben, 58 Stück, werden zuerst mit Kraft aus den Halterungen gehoben und landen nun hier:

Umbau 0Was haben wir die Messinggriffe bei Einzug nicht poliert, geputzt. Und die Scheiben: Mensch, sei sachte, fauchten wir uns gegenseitig ab und an…

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macht der kaißer mobil – August 1914

Heute zuerst das Foto aus vom Tagebucheintrag August 1914 – wir sind noch am Transkribieren des eher langen Eintrags zum August. Wer Spaß hat, kann versuchen die Handschrift zu entziffern. Unsere Auflösung dann am Abend:

Tagebucheintrag August 1914

Der deutsche Kaißer depeschirt an den Kaiß. von Russland warum er Mobil macht. Da depeschirt er zurück, das das ist seine Sache. Macht er wie will. Nun war Deutschland klar, das er Krieg wollte haben. Und nun wurde Krieg erklärt und Mobil gemacht. Das ging fünf Tage lang weiter.

Nichts als Reservisten und Landwehr, Schulen und Großfabriken wurden alle als Quartier benutzt. Auch private Leute konnten Soldaten in Quartier nehmen. Es war schrecklich das mit anzusehen.

Die ganze Eisenbahn wurde von Verkehr gesperrt, die Leute die auf der Reiße wahren konnten nicht zurük. Und waren die Leute zurük, hatten sie wider kein Gepäck. Das lag 2 Stockwerke hoch auf der Bahn.

Copyright: Tibor Hegewisch/kartique

Transkription: Dr. Ulrike Schaper, FU Berlin

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Kleeblatt und der Krieg – Tagebucheintrag vom Juli 1914

Ludwig Kleeblatt, der Kneipier aus dem Wrangelkiez, schreibt folgenden Eintrag in sein Tagebuch über den Juli 1914:

Im Monat Juli Groß Hitze. Bis zum 24ten Juli bis 40 Grad in der Sonne. Durchschnittlich Hitze alle Tage 30-35 Grad Celsius dan bis zu Ende Regen und kühl 24-30. Die Kinder hatte Ferien die Leite Reisten ins Bad und Berlin war wie ausgestorben. Von unsereren Sparverein „Vergnügte Armut“ hatten wir am Sontag dan 19ten Kinderfest auf der Hohe Taborstrs. No. 22. mit 2 Mann Musik. Es war ser schön und voll.

Tagebuch Ludwig Kleeblatt. Juli 1914

Tagebuch Ludwig Kleeblatt. Juli 1914

Ich hatte 2 Hekto Beirischbier ausgeschenkt was vil war. Ohne Weißbir Selter Malzbir.
Es war ein schönes Geschäft und das ging alles so schön Aber mit den Krig wollte es nicht verstummen (?) und es wurde immer immer lauter. Östreich und Serbien hauten sich feste und Rußland machte Mobil und mußte Serbien helfen gegen Östreich was Deutschland aber nicht zugeben konte und so entwickelte sich der große Krig und so verging Tag und Tage.

30 Juli hate ich eine Operation an der linken Hand da war ein klein Finger nah gewachsen in der Zigellstraße in der Königlich Klinik unentgeldlich die Operation war schmerzlos. Und da wars nach Alle (?) in der Stadt und am 4 August macht der Kaißer Mobil.

Transkribiert mit Unterstützung von Dr. Ulrike Schaper, FU Berlin (FMI).

Copyright: Tibor Hegewisch, Bergmannstr. 95, 10961 Berlin

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Juni 1914 – Ludwig Kleeblatt bloggt in sein Tagebuch

Original-Transkript vom: Juni 1914
Bis Mitte Juni war kühl und Regen dann groß Hitze bis zu Ende des Monats bis 35 Grad Wärme…und es wurd imer von Groß  Krig gesprochen.

Eintrag Juni 1914

Eintrag Juni 1914

Das Geschäft ging etwas [baß-?] durch die große Hitze und Sonnabends gings immer die gans Nacht durch bis Sonntags Abends.

In Serbien hatten die Revulotinär den denn (?) Östreischen Tronfolger mit seiner Frau erschoßen und Östreich fing mit Serbien den Krig an.

[Transkript mit Unterstützung von Dr. Ulrike Schaper, FU Berlin]

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