Destillation Ludwig Kleeblatt – Taborstraße 22 im Wrangelkiez

Für das Jahr 2014 poste ich nun viele Dokumente, Fotos, Tagebucheinträge, die ich von meinem Urgroßvater Ludwig Kleeblatt, dann über meinen Großvater Paul Kleeblatt, über meine Tante Käthe T., und meine Mutter R. Kleeblatt in all den Jahren des Sichtens, Entzifferns und Scannen erhalten habe. Heute nun ein Foto, das wir erst im vergangenen Jahr nach dem Tode meins Onkels Karlludwig Kleeblatt  (1923 bis 2013) im Nachlass fanden:

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Zu sehen ist die Kneipe meines Urgroßvaters Ludwig Kleeblatt in der Taborstraße 22 in Berlin-Kreuzberg, SO 36.

Im Eingangsbereich stehen mein Großvater Paul Kleeblatt (1906 bis 1986), der kleine Junge ganz links. Ganz rechts in der ersten Reihe steht Kurt Kleeblatt, der Vater eben jenes im letzten Jahr verstorbenen Karlludwig Kleeblatt. Und mit der Schürze direkt auf der Türschwelle steht Ludwig Kleeblatt, der Kneipier und kursorische Tagebuchschreiber.

Das Foto muss nach 1910 und bis maximal 1915 entstanden sein – Kurt zog recht früh in den Ersten Weltkrieg, Er fehlt auf den späteren Fotos meist.

Intereressant ist die Fensterreklame im Schaufenster. Zu sehen sind Schlittschuhläufer und die Adresse Potsdamerstr. Sportpalast – also eine Art Eisvergnügen:

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Online fand ich dazu nur den Hinweis, dass dort Eisvergnügen stattfand später dann aber erst das 6-Tage-Rennen dem Sportpalast der erhofften Zuspruch bescherte: „Das dauert jedoch noch ein bisschen. Architekt Jaques Rostin, der für rund 2,7 Millionen Goldmark den Sportpalast auf dem Grundstück Potsdamer Straße 72/73 im Bezirk Schöneberg baute, um sein Glück mit Eisrevuen zu machen, lässt Sixdayssieger Walter Rütt, eiskalt abfahren, als der ihm eröffnet, die Zukunft des Eispalastes hänge auf Gedeih und Verderb ab von Sechstagerennen.“ (Quelle)

Mein Urgroßvater jedenfalls nutzte die bescheidene Schaufensterfläche für Werbung. Seine Kinder waren jedenfalls – laut der Tagebücher – nie im Sportpalast Schlittschuh fahren.

Anmerkung

Es tut gut, den eigenen Blog zu durchstöbern. Hier nochmal die Namen aller Kleeblatt-Kinder:

„Ludwig Kleeblatt ist der Gastwirt, der die Tagebücher bis zu seinem Tode geschrieben hat (geboren 4.11.1858, gestorben 22.1.1926). Er war verheiratet mit Lina Thieme (geboren 20.11.1861, gestorben 4.7.1913).

Deren Kinder sind: Gertrud, Kurt, Grete, Marie, Willy, Luise und Paul (mein Opa mütterlicherseits) sowie ein Findelkind, das eines Tages vor dem Hauseingang lag aber den Behörden übergeben wurde.“ [Eintrag von 2011]

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